SALTI CIVILES - Bürgerlicher Barock in Liedern und Tänzen
Es spielt und singt: Ritornello (geleitet von- Michael Pospíšil)
Choreographie und Regie: Eva Kröschlová
Musikalische Bearbeitung: Michael Pospíšil
Premiere: 30.6.2006 Masken Saal, Český Krumlov
Unsere erste Tanzsuite stammt aus dem Werk des Zistenzienser Kristian Hirschmentzel (1630 Frydek, 1703 Velehrad), welche in seinen sgn. Schulspielen erschienen sind und sollten dort die Angehörigen der drei Stände – des bürgerlichen, des bäuerlichen und des Adels (civilis, rusticanus, nobilis) charakterisieren sollten. Wir haben 5 Tänze zusammengesetzt, welche vielleicht Klein-Bürger, wie Handwerker, Händler oder Dienstleute getanz haben mit Verwendung von damaligen Schritten und Formen.
Unlängst wurde eine Sammlung des Tanzmeisters Winterschmidt aus Altdorf gefunden (von Jahr 1756), die auch einen Reihentanz namens „Der Prager Student enhält – zu der Melodie des tschechischen Liedes „Káča“ mit einem Ergänzungsteil in 3/8 und ¾ Takt (Interressant ist, dass diese Melodie schon 14 Jahre vorher zu einem politischen Lied benutzt wurde, zum „Lied von dem Bayer-könig“, dh. Dem Karl Albert von Wittelbach, der für eine Zeitspanne von einem Teil des böhmischen Adels als Karl VII. Gewählt wurde – zum Trotz der Maria Theresia, welche aber schliesslich über ihn siegte.Dann wurde das Lied in Ősterreich verboten.
Für den Toten-Tanz des 17. Jahrh. Hatten wir nur zwei Inspirations Quellen gefunden. Darstellung eines Kreistanzes von Frauen und Gerippen von J. Z. Ridinger (ca 1660) und ein ähnliches Bild in Krakau. Erwähnungen, ob solche Tänze tatsächlich getanzt wurden, feheln. Wir wissen aber, dass es Gesellschafts Tänze mit makaoralen Motiven gab (zBsp. Im 18. Jahrh. In Böhmen), jedoch in anderer Form. Wir haben nicht dem Weg einer Illustration des „Memento mori“, jedoch nicht im Karneval-Stil, sondern der barocken Branles und Minuette.
Tänze von Gregorio Lambranzi stammen aus seinem Buch „Nuova e curiosa scuola de‘ balli theatrali - Neue und curieuse theatralische Tantz-Schul“, das im Jahre 1716 in Nürnberg erschienen ist. Lambranzi kam aus Venedig, wirkte aber in verschiedene europäischen Städten, wo er viele Theatertänze geschaffen hat, welche er in seinem Buch andern Tanz-Meistern und auch Amateuren überlassen hat. Jeder Tanz wird durch ein Bild und eine kurze Chrakteristik in deutscher Sprache vorgestellt, manchmal auch mit Namen von Tanzschritten versehen. OBen ist seine Melodie in einer Notenzeile gedruckt, welche oft populären Liedern entnommen ist. Wir haben 10 Tänze mit Themen aus dem Volksleben ausgewählt, mit denen wir Sie im Sinne des Autors erfreuen möchten – er hat nämlich sein Buch „ Delicium populi!“ geschrieben.
Eva Kröschlová
Programm:
1. Salti civiles |
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P. Christ. Hirschmentzel |
Interludium – Civilis (1695) |
(?) Willibald Gumpenberger S.J. |
Eja jucunda gens (1745) |
P. Christ. Hirschmentzel |
InterDudium – Rusticus (1695) |
P. Georg Evermond Košetický |
Hop! Hop! Hop! (1684) |
P. Ch. Hirschmentzel / P. G. E. Košetický |
Saltus Saxonicus & Ego die toto |
P. Christ. Hirschmentzel |
Alia Phantasia - Alia non illepida - Alia - Saltus Rusticanus - Saltus Civilis (1695) |
(?) Jan Jozeff Božan |
„Bergamasca“ – Bu ď pochválen! (1719) |
2. Salti macabrales |
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Václav Karel Hollan Rovenský |
Kde tak rychle jdeme? (1694) |
Václav Karel Hollan Rovenský |
Již Smrt tlu č e! (1694) |
P. Mat ě j Václav Šteyer |
Duchovní Minuet (1697) |
P. Georg Evermond Košetický |
Pauperes Schumatores (1686) |
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P ause |
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3. Salti theatrales |
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Gregorio Lambranzi |
Paysane 1716 |
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Contadineta |
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Bourée |
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Rigaudon |
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Paesani |
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Reseue |
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Turlo baccho |
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Disametitia |
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Cogi |
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Gartiniera |
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Paesane |







